Gewerbegebiete „Am Birlbaum“ und MUNA: Empört Euch!

Veröffentlicht am 19.05.2012 in Kommunalpolitik

Im Einsatz für die Erhaltung der Naturlandschaft "Am Birlbaum"
v.l. MdL Reinhold Perlak (Straubing), MdL Margit Wild (Regensburg), SPD-Ortsvorsitzende Madlen Melzer, Marktrat Robert Mehrl (Langquaid), Marktrat Armin Buchner, BFL-Sprecher Hubert Werkmann und Martina Kümpfbeck, Vorsitzende der Ortsgruppe Bund Naturschutz

Mit einem übervoll besetzten Bus unternahmen die Bürgerinitiative für ein liebenswertes Schierling und der SPD-Ortsverein zusammen mit den Landtagsabgeordneten Margit Wild, Regensburg, und Reinhold Perlak, Oberbürgermeister a.D., Straubing, am Samstag eine Informationsrundfahrt durch das ehemalige Munitionsdepot und zum umstrittenen Gewerbegebiet „Am Birlbaum“. Das Ergebnis hätte angesichts der Begegnung mit den Naturparadiesen des MUNA-Waldes und der Birlbaum-Landschaft nicht deutlicher ausfallen können: Kopfschütteln und Empörung darüber, wie gerade hier die große Rathaus-Koalition unter dem strammen CSU-Kommando großflächige Gewerbegebiete planen kann mit einer massiven Landschaftsverschandelung und Naturzerstörung für alle Zukunft als Folge.

Diesen Eindrücken angesichts der bezaubernden Frühlingslandschaft konnten sich auch die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Margit Wild und Reinhold Perlak nicht entziehen. Sie vermissten in ihrem abschließenden Kommentar vor dem Rathaus eine echte Bürgerbeteiligung durch die Gemeinde. Die Bürger wollten Transparenz für die kommunalen Entscheidungen. Reinhold Perlak schloss auf Grund der Erläuterungen der BUND-Ortsgruppenvorsitzenden Martina Kümpfbeck zum „Birlbaum“-Gebiet eine naturschutzfachliche Prüfung mit einer faunistischen Nachuntersuchung nicht aus.

Begonnen hatte die Informationsfahrt vor dem Schierlinger Rathaus. Die SPD-Ortsvorsitzende Madlen Melzer zeigte sich in ihrer kurzen Begrüßungsansprache erfreut über das große Interesse. Sie äußerte ihr Unverständnis darüber, wie die Bürger, die sich für eine Natur- und Landschaftserhaltung einsetzten und deshalb gegen die Ausweisung überdimensionaler Gewerbegebiete in der westlichen Schierlinger Flur seien, als „Hetzer und Fundamentaloppositionelle“ verunglimpft würden. Die Zeit des Urvertrauens in die Kompetenz der Gemeindeführung und der Gemeinderäte sei längst vorbei. Hubert Werkmann, der Sprecher der Bürgerinitiative, hatte die Rundfahrt im MUNA-Gelände organisiert und stellte bei mehreren Ausstiegen die Möglichkeiten einer touristischen Nutzung im Bereich Freizeit, Erholung und Naturerlebnis vor. Das betraf nicht nur die zahlreichen Bunker, die fünf großen Löschwasserteiche und das mit 13.500 qm riesengroße Flächenangebot der vorhandenen Hallen, die größte davon mit fast 1.000 Quadratmetern. Das MUNA-Gelände verfüge über ein LKW-taugliches Straßennetz von 37 km und einen Gleisanschluss. Von ihm erhofften sich auch die Eisenbahnfreunde einen Auftrieb durch touristische Fahrten von Eggmühl bis zur Endstation in der MUNA, ergänzte Marktrat und Eisenbahner Armin Buchner.

Hubert Werkmann erläuterte dann den aktuellen Stand im MUNA-Nachnutzungsverfahren und kritisierte entschieden die Geheimniskrämerei der Schierlinger Rathausführung. Entgegen anderslautender Darstellungen werde der Bieter Aumer lediglich als erster in die Gespräche über einen städtebaulichen Vertrag einbezogen. Dieser plane unter anderem im MUNA-Wald Gewerbeflächen von 20 bis 30 Hektar und ca. 7 Hektar für die Bioenergieerzeugung. Die anderen ausgewählten Bieter seien noch nicht aus dem Rennen. A und O ist für ihn allerdings die Klärung der Altlasten. Die BIMA solle jetzt die Altlastenfrage gründlich untersuchen und das Risiko jetzt klären. Die Untersuchungen dürften nicht oberflächlich und unter Zeitdruck durchgeführt werden. Werkmann forderte abschließend dazu und zum MUNA-Nachnutzungsverfahren eine offene Information und Diskussion.

Naturfrevel am Birlbaum?
Lebhaft wurde es bei der Besichtigung des heftig umstrittenen Gewerbegebietsvorhaben am Birlbaum. Die über 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen empfing ein vielstimmiges Vogelkonzert, darunter der Gesang der streng geschützten Feldlerche, die laut Begründung des Marktes angeblich in diesem Gebiet nicht beobachtet worden sei. Ein brütender Fasan schimpfte in unmittelbarer Nähe über die Störung. Die Teilnehmer konnten sich selbst von dem vielfältigen Artenraum überzeugen, den die Vorsitzende des Ortsgruppe des Bundes Naturschutz, Martina Kümpfböck kenntnisreich und eindrucksvoll schilderte. Das Birlbaum-Gebiet verfüge über eine große ornithologische Vielfalt an Bodenbrütern wie den Fasanen, Rebhuhn, Wachteln, Wachtelkönige, Schwarzkehlchen, Kiebitz und den seltenen Feldlerchen sowie Heckenvögeln wie Dorngrasmücke, Neuntöter und Feldsperling. Auch der Turmfalke, Bussarde sowie die Kornweihe und die Wiesenweihe seien in diesem Gebiet schon vor kurzem gesichtet worden. Das Planungsgebiet „Am Birlbaum“ und sein Umfeld befinde sich im strukturreichsten Landschaftsausschnitt mit Wechsel von Hecken, Feldgehölzen, Hohlwegen, Wald und Blühbrachen und sei ein exzellenter Biotop-Verbund.

Die Erdarbeiten auf dem ersten Abschnitt des Bebauungsgebietes sorgten dann für massiven Ärger. Es seien archäologische Sondierungsmaßnahmen der Marktgemeinde, erläuterte zwar Verwaltungsstellenleiter Fritz Wallner, dass man aber damit mitten in der Brutzeit den Nistbereich der streng geschützten Feldlerche zerstöre, empörte dann doch viele Teilnehmer. Dass dann noch Martina Kümpfböck über die massive Beschädigung des benachbarten Biotops aus Legsteinhaufen für Eidechsen durch ein Raupenfahrzeug berichtete, war die Reaktion entsprechend. Marktrat Armin Buchner erntete großen Beifall für seinen Beitrag, er sei entsetzt über die vorgenommenen Erdarbeiten. Sie seien vielleicht rechtlich erlaubt, aber moralisch völlig verwerflich. Man hätte dafür auch das Votum der Bürger am 20. Mai abwarten können.

Letzter Halt war an der Zufahrt von der Südumgehung zum Gewerbegebiet an der Fruehaufstraße. Dort stellten Armin Buchner und Hubert Werkmann das im Flächennutzungsplan ausgewiesene große Gewerbegebiet als Alternative vor, das nur zum Teil südlich der Südumgehung zugunsten Birlbaums zurückgenommen werden solle. Ein nicht geringer Rest bleibe als Planungsreserve erhalten, was aber von der Rathausführung und der CSU und ihrem Gefolge einfach verschwiegen werde. Ob am „Birlbaum“ Gewerbebaurecht geschaffen und eine Landschaftszerstörung im großen Ausmaß stattfinden werde, entscheide alleine der Bürger beim Bürgerentscheid am 20. Mai, betonte abschließend Buchner.

 

Programm für die Gemeinde Schierling

 2014 - 2020 und darüberhinaus

Aus dem Sitzungssaal

10.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Bildung eines Arbeitskreises für das "Schierlinger Echo"

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02.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Organisation und Durchführung erweiterter Bürgerbeteiligung

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19.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage am Park&Ride-Platz am Bahnhof Eggmühl

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18.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Übernahme des Leitfadens zur Durchführung von Bürger-informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungsverfahren

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10.04.2018:

SPD-Haushaltsrede 2018

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19.06.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung einer Satzung für Ehrungen durch die Gemeinde

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04.04.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Auflösung des Kommunalunternehmens

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04.04.2017:

SPD-Haushaltsrede 2017

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung eines Soforthilfefonds

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Nutzung des „Kommunalen Förderprogramms für mehr bezahlbaren Wohnraum"

"Kommunales Förderprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum" der Bayerischen Staatsregierung

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13.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Verkehrsberuhigung

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26.04.2016:

SPD-Haushaltsrede 2016

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10.03.2016:

Zum Thema "Subsidiarität"...

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23.02.2016:

Beschlussvorlage "Anträge der SPD" öffentliche MGR-Sitzung am 23.02.2016

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12.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Förderung des Tourismus

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10.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines Ermäßigungspasses für Bedürftige

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einhaltung von Bebauungsplänen

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur einheitlichen Kostenerstattung

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24.10.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Klärung der formalen Grundlagen zum Betreiben der Bücherei

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24.09.2015:

Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Büchereifinanzierung

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24.09.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung einer öffentlichen Toilette

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11.06.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung eines Gutachtens über LTE-Standorte

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09.05.2015:

 

Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung des Gemeinsamen Positionspapiers

 

Gemeinsames Positionspapier zu internationalen Handelsabkommen und kommunalen Dienstleistungen

 

Factsheet

Dürfen Kommunen sich zu Freihandelsabkommen äußern?

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28.04.2015:

SPD-Haushaltsrede 2015

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07.04.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Familienfreundlichkeit

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27.01.2015:

Nebengebäude
Altes Schulhaus

20.09.2019:

Antrag für nachhaltige Auftragsvergabe

Kommentare zum Gesche-hen vor Ort und in der Welt

13.12.2016:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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15.12.2015:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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16.12.2014:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

"Mei Draam"

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27.11.2014:

Bürgerversammlung Buchhausen

Kommunalpolitik aktuell: "Nachnutzung MUNA"

Projektentwurf
Rhododendronpark
Blühende Bunkerwelten"
www.hobbie-rhodo.de
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Projektentwurf
Bürgerpark eG
Mensch und Natur"
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Projektentwurf
SILVA PARADISUS
Waldparadies"

Kommunalpolitik aktuell: "Pilgerweg VIA NOVA"

VIA NOVA

Europäischer Pilger- und Friedensweg

Spirituelle Wegweisung für die Zukunft und eine große Chance für den naturnahen Nah- und Ferntourismus im Großen und Kleinen Labertal, z.B.

VIA NOVA

Weichenstellung für sanften Tourismus im Labertal

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VIA NOVA

europäischer Friedensweg mit Schlachtfeldrundweg um Eggmühl anno 1809

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VIA NOVA

Radl-Tour auf Niedermünsterrundweg

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VIA NOVA

Zeitreise document Niedermünster


Die Marktgemeinde Schierling ist nach einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderates vom 29. März 2011 auf Antrag der SPD-Fraktion offizielle VIA NOVA-Gemeinde


www.pilgerweg-vianova.eu

Energiewende im Labertal

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Wir helfen ihnen gerne!

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Aktionsreihe AK Labertal "Zivilcourage zeigen"

Vortragsreihe im Rahmen der Historischen Themennachmittage:

"Der kleine Widerstand im Labertal"

27.03.2011: Langquaid

29.05.2011: Geiselhöring

16.10.2011: Rottenburg

22.04.2012: Straubing

28.10.2012: Schierling

 

SPD-Mandatsträger


Ismail Ertug, MdEP
Ihr Europaabgeordneter für die Oberpfalz u. Niederbayern
 
www.ertug.eu
 
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Marianne Schieder, MdB
Ihre Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.marianne-schieder.de
 
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Margit Wild, MdL
Ihre Landtagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.margitwild.de

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125 Jahre BayernSPD:

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100 gute Gründe gegen Atomkraft:

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Endstation RECHTS. Bayern

Zitate:


"Die CSU steht vor einem Scherbenhaufen, weil sie versucht hat, mit bewusster Irreführung das Volk hinters Licht zu führen."

 

Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister von München, zur Pkw-Maut in seiner Rede beim Gillamoos 2013 im niederbayerischen Abensberg.


Buch-Tipp der SPD Schierling:

Von Sozialdemokraten gelesen - von Sozialdemokraten empfohlen:


"Macht und Missbrauch" Franz Josef Strauß und seine Nachfolger

Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten

von Wilhelm Schlötterer, erschienen im Fackelträger-Verlag

Foto:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

 

"Dr. Wilhelm Schlötterer, ein ehemals leitender Steuerbeamter in Bayern, beschreibt in dem Buch seinen couragierten Kampf für Recht und Gesetz und gegen ein menschenverachtendes System, dass die CSU in Bayern über viele Jahre hinweg skrupellos ausbaute. Beginnend von Franz Josef Strauß, der in seiner Besessenheit nach Macht und Gier sich selbst zum Gesetz erhob, über seine Nachfolger Max Streibl und Edmund Stoiber bis in die heutigen Tage hinein entlarvt Schlötterer schonungslos die hässliche Fratze der CSU und setzt einen eindrucksvollen Schlussstrich unter der Legendenbildung um diese angeblich christlich-sozialen Partei.

Der Autor schildert das weit verbreitete Mitläufertum innerhalb der CSU, das die Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie die schamlose Selbstbedienung mithilfe des Staatsapparates erst möglich machte.

Für seine standhafte Haltung und seine gelebte Zivilcourage gebührt Wilhelm Schlötterer höchste Anerkennung. Für uns soll dieses Buch Mahnung und Auftrag zugleich sein, diesem Missbrauch der Macht mit allen Mitteln der Demokratie konsequent entgegen zu treten."

 

Armin Buchner

SPD-Ortsverein Schierling