„Nicht nur Napoleon hat in Schierling seine Spuren hinterlassen“

Veröffentlicht am 09.12.2014 in Ortsverein

Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg gastierte in Schierling – Viele offene Fragen

Schierling (pas): Am vergangenen Wochenende gastierte die „Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg“ des SPD-Arbeitskreises Labertal in der Alten Schule in Schierling. Auch an der siebten und letzten Station der Aktion unter dem Titel „Das Labertal erinnert sich“ hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, ihre Erinnerungsstücke an den Ersten Weltkrieg, die sie mittlerweile rund 100 Jahre sorgsam aufbewahrten, bewerten zu lassen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Eine ganze Reihe von einzigartigen Fundstücken konnte in Schierling gezeigt werden und die Organisatoren waren mit der Resonanz sehr zufrieden. Insbesondere, da deutlich wurde, dass die regionale Geschichtsforschung noch viele offene Fragen zu beantworten hat und die Aufrechterhaltung einer entsprechenden Erinnerungskultur nicht das Steckenpferd einiger weniger bleiben darf. „Nicht nur Napoleon hat in Schierling seine Spuren hinterlassen“, waren sich Organisatoren, Teilnehmer und Besucher einig.

Freuten sich über die vielen interessanten Fundstücke die bei der Geschichtswerksatt 1. Weltkrieg gezeigt wurden. (v.l.)  Ernst Roth, Franz Graf, AK-SprecherRainer Pasta, Martin Auer, Archivarin Karin Hagendorn, Ortsvorsitzende Madlen Melzer, Robert Merl und Kirsten Reiter (beide SPD Langquaid) sowie Gerhard Schneider

Wie es sich bei den sieben Stationen der „Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg“ gezeigt hat, findet sich in jeder Gemeinde ein reichhaltiger Schatz an Erinnerungsstücken an die Zeit des 1. Weltkrieges. Dabei wird die Erinnerungskultur an den einzelnen Orten durch ganz unterschiedliche Fundstücke geprägt. So hatte auch die Geschichtswerkstatt in Schierling ihren ganz eigenen Charakter. So waren die Einzelschicksale von Peter Mauberger, einem Tiroler Kaiserjäger und Anton Treppesch, Mitglied des Schützenregiments Eger, dadurch geprägt, dass sie Soldaten der k.u.k. Monarchie waren und sie, oder ihre Nachfahren nach Schierling kamen. Insbesondere das Schicksal Anton Treppesch´s ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert.

Mehr als 30 Jahre steckte die russische Kugel im Knie

Im März 1915 wurde Anton Treppesch an der Karpatenfront in Südgalizien durch eine russische Gewehrkugel am Knie verletzt. Er konnte aufgrund seiner schweren Verwundung nicht mehr an der Front eingesetzt werden und musste zuerst als Wachsoldat und später als Rüstungsarbeiter in den Skoda-Werken das Ende des Krieges erwarten. Doch auch der 2. Weltkrieg forderte ein schweres Opfer von ihm. 1945/46 musste er das Egerland verlassen und wurde nach Deutschland vertrieben – hier fand er mit seiner Familie in Schierling eine neue Heimat. 1948 wurde ihm vom Schierlinger Arzt Dr. Stegbauer nach über 30 Jahren die russische Kugel aus dem Knie heraus operiert. Sein Enkel Wolfgang brachte diese Kugel und die Geschichte dazu mit zur Geschichtswerkstatt in der Alten Schule. Peter Mauberger hatte weniger Glück – er erlag am 3. Januar 1915 mit 30 Jahren seinen schweren Verwundungen in der heutigen Ukraine. Sein Kind wurde unehelich geboren, weil es durch den Krieg und seinen Tod nicht mehr zur Hochzeit mit seiner versprochenen Braut gekommen ist.

Martin Auer erzählt die Geschichte seines Großvaters Peter Mauberger

Dabei sollen die Erinnerungsstücke, die Erna Dünzinger an ihren Onkel Jakob Scheuerer aus Birnbach in Ehren hält, nicht in Vergessenheit geraten. Aus seinen Briefen in die Heimat lässt sich vieles herauslesen. Waren es zuerst die vielen Ansichtskarten u.a. aus Wien und Budapest, die belegen, dass die jungen Bauernsöhne das Abenteuer in der Ferne mit Staunen erlebten – später aber kamen Briefe aus dem Schützengraben, in denen der tapfere Soldat um Zündhölzer und Zucker bat, sollte wieder ein Feldpostpaket für ihn auf die Reise geschickt werde. Doch auch für ihn endete das anfängliche Abenteuer mit dem Tod in der Ferne.

Am Gasthaus Aumeier hingen die Todesanzeigen für die Kirchgänger

Mit dem Versprechen, dass Sterbebild ihres Onkels vorbeizubringen erfüllte Erna Dünzinger eine Bitte von Gerhard Schneider, der seit Jahrzehnten versucht, die Sterbebilder der Schierlinger Soldaten des Ersten Weltkrieges zusammenzutragen. Das Sterbebild von Jakob Scheuerer fehlte ihm noch in seiner fast vollständigen Sammlung. Neben einem sehr berührenden Kreuz aus Granatsplittern gefertigt, überraschte Gerhard Schneider mit den Aushängekästen, die am Gasthaus Aumeier die Kirchgänger während des Ersten Weltkrieges über die zuletzt Gefallenen informierten. Geschnitzt wurden die Rahmen von Baptist Lederer und in ihnen wurde die Todesanzeige und ein handschriftlicher Lebenslauf eingesteckt und so der tragische Verlust der Gemeinde kundgetan.

Gemeindearchive wären von immenser Bedeutung

Schneider hatte auch noch ein Bild dabei, dass ein scheinbar unglaubliches Rätsel birgt. Das Schierlinger Kriegerdenkmal für die 61 Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde 1923 zwischen den Aufgängen zur Kirche errichtet. Leider ist heute niemandem mehr bekannt, wann und warum dieses Denkmal entfernt wurde. Auch die Teilnehmer und Besucher konnten diese Fragen nicht beantworten – umso mehr wird dabei deutlich, dass die Archive der Gemeinden als Anlaufstelle für Familien, die ihre Erinnerungsstücke abgeben wollen, aber auch als wichtige Quelle für die regionale Geschichtsforschung, von immenser Bedeutung sind. Oft hängt es leider vom Interesse des jeweils amtierenden Bürgermeisters ab, ob eine Kommune sich dieser Verantwortung bewusst ist – oder eben nicht!

 

Wer weiß etwas zum Kriegerdenkmal für die 61 gefallenen Gemeindebürger aus dem Jahre 1923?

 

„Weihnachten sind wir wieder zu Hause!“

Die erwähnten Fundstücke und eine Reihe von „Kriegsschauplatzkarten mit aktuellem Frontverlauf“, die u.a. der „Laberbote“ als Abonnement mit wöchentlicher Aktualisierung anbot, werden am 21. Dezember die Abschlussausstellung des SPD-Arbeitskreises Labertal als Schierlinger Beitrag bereichern. Im „Haus der Generationen“ in Mallersdorf-Pfaffenberg werden die wichtigsten Stücke aus den sieben Geschichtswerkstätten in Ergoldsbach, Geiselhöring, Rohr, Sünching, Mallersdorf, Rottenburg und Schierling zusammengefasst. Die Ausstellung ist von 13 bis 18 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich, anschließend lädt der AK-Labertal zum Historischen Themenabend ein. Neben einem Vortrag von Rita Halg-Kehl, MdB, zur Rolle der SPD vor, während und nach dem 1. Weltkrieg und einer Lesung aus den Kriegstagebüchern Carl Gandorfers durch Franz Graf, wird der Film Weihnachten 1914 gezeigt. Damit schließt sich der Kreis der mehrwöchigen Geschichtswerkstatt, die unter dem Motto „..Weihnachten sind wir wieder zu Hause“ steht.

 

Programm für die Gemeinde Schierling

 2014 - 2020 und darüberhinaus

Aus dem Sitzungssaal

10.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Bildung eines Arbeitskreises für das "Schierlinger Echo"

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02.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Organisation und Durchführung erweiterter Bürgerbeteiligung

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19.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage am Park&Ride-Platz am Bahnhof Eggmühl

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18.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Übernahme des Leitfadens zur Durchführung von Bürger-informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungsverfahren

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10.04.2018:

SPD-Haushaltsrede 2018

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19.06.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung einer Satzung für Ehrungen durch die Gemeinde

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04.04.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Auflösung des Kommunalunternehmens

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04.04.2017:

SPD-Haushaltsrede 2017

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung eines Soforthilfefonds

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Nutzung des „Kommunalen Förderprogramms für mehr bezahlbaren Wohnraum"

"Kommunales Förderprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum" der Bayerischen Staatsregierung

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13.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Verkehrsberuhigung

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26.04.2016:

SPD-Haushaltsrede 2016

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10.03.2016:

Zum Thema "Subsidiarität"...

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23.02.2016:

Beschlussvorlage "Anträge der SPD" öffentliche MGR-Sitzung am 23.02.2016

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12.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Förderung des Tourismus

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10.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines Ermäßigungspasses für Bedürftige

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einhaltung von Bebauungsplänen

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur einheitlichen Kostenerstattung

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24.10.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Klärung der formalen Grundlagen zum Betreiben der Bücherei

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24.09.2015:

Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Büchereifinanzierung

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24.09.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung einer öffentlichen Toilette

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11.06.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung eines Gutachtens über LTE-Standorte

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09.05.2015:

 

Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung des Gemeinsamen Positionspapiers

 

Gemeinsames Positionspapier zu internationalen Handelsabkommen und kommunalen Dienstleistungen

 

Factsheet

Dürfen Kommunen sich zu Freihandelsabkommen äußern?

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28.04.2015:

SPD-Haushaltsrede 2015

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07.04.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Familienfreundlichkeit

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27.01.2015:

Nebengebäude
Altes Schulhaus

20.09.2019:

Antrag für nachhaltige Auftragsvergabe

Kommentare zum Gesche-hen vor Ort und in der Welt

13.12.2016:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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15.12.2015:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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16.12.2014:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

"Mei Draam"

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27.11.2014:

Bürgerversammlung Buchhausen

Kommunalpolitik aktuell: "Nachnutzung MUNA"

Projektentwurf
Rhododendronpark
Blühende Bunkerwelten"
www.hobbie-rhodo.de
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Projektentwurf
Bürgerpark eG
Mensch und Natur"
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Projektentwurf
SILVA PARADISUS
Waldparadies"

Kommunalpolitik aktuell: "Pilgerweg VIA NOVA"

VIA NOVA

Europäischer Pilger- und Friedensweg

Spirituelle Wegweisung für die Zukunft und eine große Chance für den naturnahen Nah- und Ferntourismus im Großen und Kleinen Labertal, z.B.

VIA NOVA

Weichenstellung für sanften Tourismus im Labertal

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VIA NOVA

europäischer Friedensweg mit Schlachtfeldrundweg um Eggmühl anno 1809

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VIA NOVA

Radl-Tour auf Niedermünsterrundweg

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VIA NOVA

Zeitreise document Niedermünster


Die Marktgemeinde Schierling ist nach einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderates vom 29. März 2011 auf Antrag der SPD-Fraktion offizielle VIA NOVA-Gemeinde


www.pilgerweg-vianova.eu

Energiewende im Labertal

Wechseln Sie jetzt zu einem zertifizierten Ökostromanbieter.

Wir helfen ihnen gerne!

=> zum Vertragsangebot

Aktionsreihe AK Labertal "Zivilcourage zeigen"

Vortragsreihe im Rahmen der Historischen Themennachmittage:

"Der kleine Widerstand im Labertal"

27.03.2011: Langquaid

29.05.2011: Geiselhöring

16.10.2011: Rottenburg

22.04.2012: Straubing

28.10.2012: Schierling

 

SPD-Mandatsträger


Ismail Ertug, MdEP
Ihr Europaabgeordneter für die Oberpfalz u. Niederbayern
 
www.ertug.eu
 
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Marianne Schieder, MdB
Ihre Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.marianne-schieder.de
 
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Margit Wild, MdL
Ihre Landtagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.margitwild.de

Gastmitgliedschaft

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125 Jahre BayernSPD:

Wasser ist ein Menschenrecht!

100 gute Gründe gegen Atomkraft:

100 gute Gründe gegen Atomkraft

Atomausstieg selber machen!

Endstation RECHTS. Bayern

Zitate:


"Die CSU steht vor einem Scherbenhaufen, weil sie versucht hat, mit bewusster Irreführung das Volk hinters Licht zu führen."

 

Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister von München, zur Pkw-Maut in seiner Rede beim Gillamoos 2013 im niederbayerischen Abensberg.


Buch-Tipp der SPD Schierling:

Von Sozialdemokraten gelesen - von Sozialdemokraten empfohlen:


"Macht und Missbrauch" Franz Josef Strauß und seine Nachfolger

Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten

von Wilhelm Schlötterer, erschienen im Fackelträger-Verlag

Foto:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

 

"Dr. Wilhelm Schlötterer, ein ehemals leitender Steuerbeamter in Bayern, beschreibt in dem Buch seinen couragierten Kampf für Recht und Gesetz und gegen ein menschenverachtendes System, dass die CSU in Bayern über viele Jahre hinweg skrupellos ausbaute. Beginnend von Franz Josef Strauß, der in seiner Besessenheit nach Macht und Gier sich selbst zum Gesetz erhob, über seine Nachfolger Max Streibl und Edmund Stoiber bis in die heutigen Tage hinein entlarvt Schlötterer schonungslos die hässliche Fratze der CSU und setzt einen eindrucksvollen Schlussstrich unter der Legendenbildung um diese angeblich christlich-sozialen Partei.

Der Autor schildert das weit verbreitete Mitläufertum innerhalb der CSU, das die Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie die schamlose Selbstbedienung mithilfe des Staatsapparates erst möglich machte.

Für seine standhafte Haltung und seine gelebte Zivilcourage gebührt Wilhelm Schlötterer höchste Anerkennung. Für uns soll dieses Buch Mahnung und Auftrag zugleich sein, diesem Missbrauch der Macht mit allen Mitteln der Demokratie konsequent entgegen zu treten."

 

Armin Buchner

SPD-Ortsverein Schierling