SPD-Herbstwanderung in die Geschichte der Region

Veröffentlicht am 28.09.2010 in Ortsverein

Dass Sankt Petrus als ein Heiliger der kleinen Leute offenkundig ein Faible für die Sozialdemokraten hat, zeigte sich wieder einmal am vergangenen Samstag bei der historischen Herbstwanderung der SPD-Ortsvereine Langquaid und Schierling.

Denn pünktlich am Mittag stoppte er den Regen, so dass eine über 20-köpfige Wandertruppe um 14:00 Uhr die von Dr. Alfred Reichenberger vorbereitete Zeitreise in die Vergangenheit begann. SPD-Ortsvorsitzender und Marktrat Armin Buchner begrüßte besonders die Markträte Robert Mehrl (Langquaid) und Dr. Johannes Straßer und Rudi Eisenhut, beide Schierling sowie die Langquaider SPD-Vorsitzende Kirsten Reiter.

Die erste Station war die Wiese, auf der noch vor knapp 200 Jahren die große und prächtige, von einem Wassergraben umgebene Schlossanlage von Gitting zwischen Ober- und Niederleierndorf stand. Übriggeblieben sind davon nur der Nordteil des Wassergrabens und leichte Bodenerhebungen, besser sichtbar noch in den Aufnahmen der Luftbildarchäologie.
Dr. Reichenberger, Pressereferent des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie von Sachsen-Anhalt, gebürtiger Schierlinger und Archäologie, erläuterte kurz die Geschichte des Schlosses aus der Barockzeit mit einer großen Parkanlage und der vorausgehenden mittelalterlichen Burganlage der „Herren von Gütting“. Gitting selbst gehört zu den ältesten Orten der Region und ist 888 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Schlossanlage abgerissen nach dem Motto „sic transit gloria mundi“ (so vergeht der weltliche Ruhm), ein Schicksal, das nach Meinung von Alfred Reichenberger auch dem maroden und ruinösen Schierlinger Schloss blühen könnte.

Auf Schuster’s Rappen ging es dann in hinein in den Wald des Obereichet, im ältesten Katasterblatt von 1817 noch „das kleine Eichet“ genannt, zur dortigen großen Anlage von zwei Viereckschanzen, im besagten Kataster als „Schlössel“ beschrieben. So geheimnisvoll diese Viereckschanzen im dunklen Wald auf den Besucher wirken, so geheimnisvoll ist nach wie vor ihr eigentlicher Zweck in der Zeit der Kelten zwischen 150 und 15 vor Christus bis zur Eroberung durch die Römer unter Kaiser Augustus, auch Latène-Zeit genannt. Die Verbreitung dieser Viereckschanzen der Keltenzeit erstreckt sich in einem Band von Mittelfrankeich-Schweiz, bayerisches und schwäbisches Voralpenland, bis nach Böhmen und Österreich. Alleine in Bayern sind über 250 dieser seltenen Anlagen vom Alpenvorland bis zur Donau bekannt; davon alleine sieben nördlich und südlich der Großen Laber im Abschnitt Langquaid – Schierling.
Für Dr. Reichenberger handelt es sich dabei um multifunktionale Anlagen mit kulturell-religiösem Hintergrund. Von der Eichbühler Doppelschanze ist klar der Erdwall ohne Stein- oder Holzbefestigung und der Graben davor zu sehen. An der Ostseite befindet sich der einzige Zugang, der vor 2.100 Jahren über eine Holzbrücke in das Innere führte. Bei anderen Schanzen dieser Art, berichtete der Archäologe, habe man merkwürdige Schächte mit Brandschichten, eventuell durch Opfer, gefunden. Sie habe sich auch außerhalb der benachbarten Siedlungen befunden. Möglicherweise stellte ihre Anlage eine Vorstufe der gallisch-römischen Umgangstempel dar. Ohne nachweisbaren Zusammenhang befindet sich gleich in der Nachbarschaft der großen Viereckschanze auch ein größerer Grabhügel aus der älteren Hallstattzeit von 750 bis 450 v.Chr.

Besonders interessant war für die historischen Wanderer der Stopp bei der künftigen Ausfahrt Schierling-Nord der B 15neu. Hier erläuterte Alfred Reichenberger aus bis dato nicht publizierten Fundberichten über die archäologischen Ausgrabungen im Bereich der B 15neu. Sie reichten von Grabhügeln der mittleren Bronzezeit (1.550-1.250 v.Chr.) beim Deutenhof über eine kleine Siedlung aus der Latène-Zeit im Bereich der Kleinen Au bis zu umfangreicheren Spuren von der Jungsteinzeit (ca. 3.500-2.000 v.Chr.) und Bronzezeit (1.800-750 v.Chr.) bis zur Hallstattzeit mit einem bemerkenswerten Körpergrab aus der Jungsteinzeit. Die damaligen Siedlungen befanden sich nach Archäologen-Auskunft an den Terrassenkanten der Großen Laber-Aue und des Paringer Baches zum Schutz vor Überschwemmungen. Interessant fand Dr. Reichenberger die Siedlungsfunde aus der Latène-Zeit im Bereich der kleinen Au an einer erhöhten Stelle im flachen Auen-Niveau. Er schloss einen Zusammenhang mit der dortigen Fundstelle eines Rasenerzabbaues.

Im letzten Teil führte die historische Wanderung zur „Römerbrücke“ über den Deggenbach in Unterdeggenbach. Wie Dr. Reichenberger recherchiert hatte, stammt diese Brücke frühestens aus dem späten 15. Jahrhundert. Allerdings sei die Verknüpfung mit den Römern und Bajuwaren nicht so abwegig, da es sich bei „Ochsenstraße“ um einen sehr alten Handelsweg im Ost-West-Verkehr handle, der zwischen Alburg und Neustadt den Schwenk der Donau über Regensburg abgekürzt habe, und der weit in die Vorgeschichte zurückreichen dürfte. Die Verbindung zu den Römern hielt er angesichts der entdeckten römischen Villa rustica beim Mauernhof, dem römischen Bronzefund eines Merkur bei Rogging und zahlreichen Bodenfunden aus der Römerzeit in der Zaitzkofener und Rogginger Flur für durchaus legitim.

Die historische Exkursion endete, zumindest was den Außenbereich betraf, bei den Grabhügeln bei Roflach an der Straße von Oberdeggenbach nach Hörgelsdorf. Hier erläuterte der Archäologe noch einmal wichtige Merkmale der Frühgeschichte und berichtete über den Fund der Himmelsscheibe von Nebra und die Ausgrabungen von Niedereula.

Den endgültigen Abschluss bildete dann ein „Sitin“ mit Speis und Trank in der Eggmühler Gaststätte „Napoleon“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der historischen Wanderung zeigten sich darüber begeistert, auf diesem Wege aus Expertenmund mehr über die historischen Wurzeln ihrer Heimat erfahren und erlebt zu haben.

 

Programm für die Gemeinde Schierling

 2014 - 2020 und darüberhinaus

Aus dem Sitzungssaal

10.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Bildung eines Arbeitskreises für das "Schierlinger Echo"

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02.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Organisation und Durchführung erweiterter Bürgerbeteiligung

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19.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage am Park&Ride-Platz am Bahnhof Eggmühl

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18.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Übernahme des Leitfadens zur Durchführung von Bürger-informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungsverfahren

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10.04.2018:

SPD-Haushaltsrede 2018

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19.06.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung einer Satzung für Ehrungen durch die Gemeinde

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04.04.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Auflösung des Kommunalunternehmens

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04.04.2017:

SPD-Haushaltsrede 2017

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung eines Soforthilfefonds

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Nutzung des „Kommunalen Förderprogramms für mehr bezahlbaren Wohnraum"

"Kommunales Förderprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum" der Bayerischen Staatsregierung

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13.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Verkehrsberuhigung

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26.04.2016:

SPD-Haushaltsrede 2016

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10.03.2016:

Zum Thema "Subsidiarität"...

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23.02.2016:

Beschlussvorlage "Anträge der SPD" öffentliche MGR-Sitzung am 23.02.2016

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12.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Förderung des Tourismus

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10.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines Ermäßigungspasses für Bedürftige

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einhaltung von Bebauungsplänen

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur einheitlichen Kostenerstattung

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24.10.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Klärung der formalen Grundlagen zum Betreiben der Bücherei

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24.09.2015:

Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Büchereifinanzierung

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24.09.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung einer öffentlichen Toilette

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11.06.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung eines Gutachtens über LTE-Standorte

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09.05.2015:

 

Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung des Gemeinsamen Positionspapiers

 

Gemeinsames Positionspapier zu internationalen Handelsabkommen und kommunalen Dienstleistungen

 

Factsheet

Dürfen Kommunen sich zu Freihandelsabkommen äußern?

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28.04.2015:

SPD-Haushaltsrede 2015

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07.04.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Familienfreundlichkeit

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27.01.2015:

Nebengebäude
Altes Schulhaus

20.09.2019:

Antrag für nachhaltige Auftragsvergabe

Kommentare zum Gesche-hen vor Ort und in der Welt

13.12.2016:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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15.12.2015:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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16.12.2014:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

"Mei Draam"

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27.11.2014:

Bürgerversammlung Buchhausen

Kommunalpolitik aktuell: "Nachnutzung MUNA"

Projektentwurf
Rhododendronpark
Blühende Bunkerwelten"
www.hobbie-rhodo.de
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Projektentwurf
Bürgerpark eG
Mensch und Natur"
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Projektentwurf
SILVA PARADISUS
Waldparadies"

Kommunalpolitik aktuell: "Pilgerweg VIA NOVA"

VIA NOVA

Europäischer Pilger- und Friedensweg

Spirituelle Wegweisung für die Zukunft und eine große Chance für den naturnahen Nah- und Ferntourismus im Großen und Kleinen Labertal, z.B.

VIA NOVA

Weichenstellung für sanften Tourismus im Labertal

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VIA NOVA

europäischer Friedensweg mit Schlachtfeldrundweg um Eggmühl anno 1809

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VIA NOVA

Radl-Tour auf Niedermünsterrundweg

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VIA NOVA

Zeitreise document Niedermünster


Die Marktgemeinde Schierling ist nach einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderates vom 29. März 2011 auf Antrag der SPD-Fraktion offizielle VIA NOVA-Gemeinde


www.pilgerweg-vianova.eu

Energiewende im Labertal

Wechseln Sie jetzt zu einem zertifizierten Ökostromanbieter.

Wir helfen ihnen gerne!

=> zum Vertragsangebot

Aktionsreihe AK Labertal "Zivilcourage zeigen"

Vortragsreihe im Rahmen der Historischen Themennachmittage:

"Der kleine Widerstand im Labertal"

27.03.2011: Langquaid

29.05.2011: Geiselhöring

16.10.2011: Rottenburg

22.04.2012: Straubing

28.10.2012: Schierling

 

SPD-Mandatsträger


Ismail Ertug, MdEP
Ihr Europaabgeordneter für die Oberpfalz u. Niederbayern
 
www.ertug.eu
 
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Marianne Schieder, MdB
Ihre Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.marianne-schieder.de
 
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Margit Wild, MdL
Ihre Landtagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.margitwild.de

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Endstation RECHTS. Bayern

Zitate:


"Die CSU steht vor einem Scherbenhaufen, weil sie versucht hat, mit bewusster Irreführung das Volk hinters Licht zu führen."

 

Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister von München, zur Pkw-Maut in seiner Rede beim Gillamoos 2013 im niederbayerischen Abensberg.


Buch-Tipp der SPD Schierling:

Von Sozialdemokraten gelesen - von Sozialdemokraten empfohlen:


"Macht und Missbrauch" Franz Josef Strauß und seine Nachfolger

Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten

von Wilhelm Schlötterer, erschienen im Fackelträger-Verlag

Foto:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

 

"Dr. Wilhelm Schlötterer, ein ehemals leitender Steuerbeamter in Bayern, beschreibt in dem Buch seinen couragierten Kampf für Recht und Gesetz und gegen ein menschenverachtendes System, dass die CSU in Bayern über viele Jahre hinweg skrupellos ausbaute. Beginnend von Franz Josef Strauß, der in seiner Besessenheit nach Macht und Gier sich selbst zum Gesetz erhob, über seine Nachfolger Max Streibl und Edmund Stoiber bis in die heutigen Tage hinein entlarvt Schlötterer schonungslos die hässliche Fratze der CSU und setzt einen eindrucksvollen Schlussstrich unter der Legendenbildung um diese angeblich christlich-sozialen Partei.

Der Autor schildert das weit verbreitete Mitläufertum innerhalb der CSU, das die Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie die schamlose Selbstbedienung mithilfe des Staatsapparates erst möglich machte.

Für seine standhafte Haltung und seine gelebte Zivilcourage gebührt Wilhelm Schlötterer höchste Anerkennung. Für uns soll dieses Buch Mahnung und Auftrag zugleich sein, diesem Missbrauch der Macht mit allen Mitteln der Demokratie konsequent entgegen zu treten."

 

Armin Buchner

SPD-Ortsverein Schierling