"Von der DSAP zur Seliger-Gemeinde - die sudetendeutschen Sozialdemokraten" - Ausstellungseröffnung in Straubing

Veröffentlicht am 13.05.2012 in Veranstaltungen

Bei der Ausstellungseröffnung „Von der DSAP zur Seliger-Gemeinde - die sudetendeutschen Sozialdemokraten“ in Straubing: v.l.: Rainer Pasta, MdL Reinhold Perlak, Karl Garscha, Bundesvorstand Seliger-Gemeinde, BGM Hans Lohmeier und Theodor Seethaler, Vorsitzender der Kreisgruppe Straubing der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Widerstand-Verfolgung-Vertreibung-Integration
Ausstellung „wichtig für Straubing und wichtig für die Sozialdemokratie in der Stadt“

Die diesjährige Themenreihe des AK Labertal „Widerstand-Verfolgung-Vertreibung-Integration“ begann am 22. April in Straubing mit einem Vortrag von Albert Eichmeier zum „Kleinen Widerstand in Straubing“ und dem direkten Bezug der bayerischen und sudetendeutschen Sozialdemokraten im Widerstand. MdL Reinhold Perlak, selbst Mitglied der Seliger-Gemeinde, eröffnete die Ausstellungsreihe am 23. April im Salzstadel in Straubing – hier wird sie bis zum 5. Mai zu sehen sein.

In seiner Eröffnungsrede erinnerte MdL Reinhold Perlak an die rund 13.000 Vertriebenen, die in Stadt und Landkreis Straubing trotz ihres schweren Schicksals am Wiederaufbau entscheidend mitgewirkt haben und er lobte die bemerkenswerte Integrationsleistung der Nachkriegs-Gesellschaft . Perlak erinnerte aber auch an die „Treuegemeinschaft Sudetendeutscher Sozialdemokraten“, die 1951 die Seliger-Gemeinde gründeten. „Unrecht aufzuzeigen, Minderheiten zu schützen und für die Freiheit einzuschreiten“, so umriss Reinhold Perlak die Ziele der Seliger-Gemeinde. „Doch auch die Mahnung und das Gedenken an die zigTausend von den Nazis verfolgten und ermordeten sudetendeutschen Sozialdemokraten sowie an die Opfer von Flucht und Vertreibung gehören dazu. Nicht zuletzt verstehen sich die Mitglieder der Seliger-Gemeinde als Brückenbauer für ein gemeinsames Europa, weil ihnen die Aussöhnung und der Dialog mit den Tschechen wichtig ist“, so Perlak weiter. Abschließend ging er auf den Einfluss der sudetendeutschen Sozialdemokraten auf die BayernSPD ein. Zu den Gründungsmitgliedern der Seliger-Gemeinde zählten drei Abgeordnete des damaligen Landtags: Alfred Frenzel, Ludwig Walch sowie der spätere Vorsitzende der SPD-Fraktion und Landtagsvizepräsident, Volkmar Gabert. Er war von 1986 bis zu seinem Tod 2003 der am längsten amtierende Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde.

Hans Lohmeier, SPD-Bürgermeister der Stadt Straubing sagte in seinem Grußwort, die Ausstellung „sei wichtig für Straubing und wichtig für die Sozialdemokratie in der Stadt.“ Er wünschte der Ausstellung viele Besucher, denn das Wissen um diese Zeit sei in der Gesellschaft nicht groß. Dass die Sudetendeutschen Sozialdemokraten gleich zwei Mal unter der Nazidiktatur gelitten hätten, sei bemerkenswert so Lohmeier. Nach der Verfolgung durch die Nazis folgte die Vertreibung. Lohmeier spannte schließlich den Bogen zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich, wo die Rechten 18 Prozent erlangen konnten und mahnte zur Vorsicht. Er weiß aber auch auf den positiven Einfluss der Vertriebenen hin, die neben ihrem Leid viel Wissen und Können in die Stadt, den Landkreis und ganz Bayern gebracht hätten.

„Ins KZ gegangen, weil sie ihre Heimat nicht verlassen wollten“
Theodor Seethaler, Kreisvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Straubing, erklärte in seinem Grußwort, dass die Geschichte der DSAP bis hin zur Seliger-Gemeinde, von 1919 bis heute fast 100 Jahre umfasst und vor allem die 1919 bis 1945/46 voll Dramatik gewesen seien. Waren die Sozialdemokraten anfangs echte Hoffnungsträger, mit der z.T. größten Fraktion im Parlament und als Minister in der Regierung auf Ausgleich zwischen Deutschen und Tschechen bedacht, so blieb ihnen der Erfolg wegen dem Widerstand der Tschechen und der anhaltenden Wirtschaftskrise, die vor allem die Sudetendeutschen traf, versagt. Bei den entscheidenden Wahlen votierten die Sudetendeutschen mehrheitlich für die Sudetendeutsche Partei des Nazis Hänlein. Was folgte waren Verfolgung und vielfacher Tod in den KZs. Seehthaler verwies auf den Gründer der DSAP, Josef Seliger, der als Initiator für den Generalstreik 1919 verantwortlich gewesen war, bei dem 1919 die Tschechen ein Blutbad unter den Arbeitern angerichtet haben. Nach dem Frühen Tod Seligers habe Ludwich Czech in der tschechischen Regierung als Fürsorgeminister für vergebens für bessere Verhältnisse gekämpft. Nach der Machtübernahme der Nazis 1938 sind viele Sudetendeutsche Sozialdemokraten ins KZ gegangen, weil sie ihre Heimat nicht verlassen wollten. Seethaler kündigte an, dass die Sudetendeutsche Landsmannschaft bei der diesjährigen Jahresfahrt auch den KZ-Gedenkort Theresienstadt besuchen und zum Gedenken an Ludwig Czech ein Blumengebinde niederlegen wollen.

Karl Garscha, vom Bundesverband der Seliger-Gemeinde führte anschließend in die Ausstellung ein. Er dankte allen, die zur Organisation der Ausstellung beigetragen haben und erinnerte, dass nach dem Tod des Vorsitzenden Volkmar Gabert 2003 die Seliger-Gemeinde vor dem Ende gestanden habe. Motiviert von ihrer Granddame, Olga Sippl, rafften sich die Mitglieder auf und begründeten in einer Zukunftswerkstatt einen Neuanfang – so entstand auch die nun gezeigte Ausstellung im Jahre 2005. Garscha skizzierte kurz die inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellung von der Gründung der DASP bis hin zur Seliger-Gemeinde heute. Er verschwieg nicht die Spannungen und das wechselhafte Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen bis zur praktizierten Aussöhnung und dem wachsenden Vertrauen im vereinten Europa. Auch Garscha verharrte beim Widerstand und der Verfolgung von rund 28.000 Sudetendeutschen aufgrund ihrer politischen Gesinnung – nicht zu vergessen die sudetendeutschen Juden. In diesem Zusammenhang erzählte Garscha von den Erlebnissen der nach Kanada ausgewanderten Sudetendeutschen. Mussten sie zuerst 1500$ pro Person aufbringen um über London nach Kanada zu emigrieren, wo sie als Arbeiter bei den Eisenbahngesellschaften Pionierarbeit im „Wilden Westen“ Kanadas leisten mussten. Garscha ließ aber auch aufblitzen, dass die Vertriebenen nicht immer mit offenen Armen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen empfangen wurden. Die Probleme bei der Familienzusammenführung und die dringende Beschaffung von ausreichend Wohnraum begleiteten die Wiederaufbauarbeiten. Garscha verwies, neben den bisher genannten, auf Prof. Peter Glotz und Albrecht Schläger– beide ehemalige Abgeordnete des Landtags sowie Dr. Helmut Eikam als namhafte Mitglieder der Seliger-Gemeinde.

Im Rahmenprogramm finden sich auch der Vortrag „Unser gemeinsames Haus Europa“ am 29. April von Christa Naas, MdL, vertriebenenpolitische Sprecherin der SPD-Land-tagsfraktion. Sie stellt die aktuelle Position der BayernSPD zu Vertreibung, Migration und Integration dar. Abschließend lädt die SPD zum Zeitzeugengespräch „Widerstand – Verfolgung – Vertreibung – Integration“ am 4. Mai in den Sturmkeller ein. StraubingerInnen erinnern sich an ihre persönlichen Erlebnisse und schlugen die Brücke vom Gestern zum Heute. Die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Ab 7. Mai ist die Ausstellung dann im evangelischen Pfarrsaal in Geiselhöring zu sehen. Über Rottenburg (Schlossklinik Oberhatzkofen), Vilsbiburg (Krankenhaus) und Mallersdorf-Pfaffenberg wandert sie über Schierling schließlich nach Regensburg, wo sie rechtzeitig zur 120-Jahrfeier de BayernSPD im Kolpingsaal zusehen sein wird.

 

Programm für die Gemeinde Schierling

 2014 - 2020 und darüberhinaus

Aus dem Sitzungssaal

10.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Bildung eines Arbeitskreises für das "Schierlinger Echo"

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02.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Organisation und Durchführung erweiterter Bürgerbeteiligung

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19.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage am Park&Ride-Platz am Bahnhof Eggmühl

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18.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Übernahme des Leitfadens zur Durchführung von Bürger-informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungsverfahren

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10.04.2018:

SPD-Haushaltsrede 2018

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19.06.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung einer Satzung für Ehrungen durch die Gemeinde

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04.04.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Auflösung des Kommunalunternehmens

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04.04.2017:

SPD-Haushaltsrede 2017

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung eines Soforthilfefonds

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Nutzung des „Kommunalen Förderprogramms für mehr bezahlbaren Wohnraum"

"Kommunales Förderprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum" der Bayerischen Staatsregierung

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13.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Verkehrsberuhigung

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26.04.2016:

SPD-Haushaltsrede 2016

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10.03.2016:

Zum Thema "Subsidiarität"...

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23.02.2016:

Beschlussvorlage "Anträge der SPD" öffentliche MGR-Sitzung am 23.02.2016

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12.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Förderung des Tourismus

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10.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines Ermäßigungspasses für Bedürftige

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einhaltung von Bebauungsplänen

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur einheitlichen Kostenerstattung

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24.10.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Klärung der formalen Grundlagen zum Betreiben der Bücherei

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24.09.2015:

Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Büchereifinanzierung

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24.09.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung einer öffentlichen Toilette

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11.06.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung eines Gutachtens über LTE-Standorte

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09.05.2015:

 

Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung des Gemeinsamen Positionspapiers

 

Gemeinsames Positionspapier zu internationalen Handelsabkommen und kommunalen Dienstleistungen

 

Factsheet

Dürfen Kommunen sich zu Freihandelsabkommen äußern?

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28.04.2015:

SPD-Haushaltsrede 2015

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07.04.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Familienfreundlichkeit

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27.01.2015:

Nebengebäude
Altes Schulhaus

20.09.2019:

Antrag für nachhaltige Auftragsvergabe

Kommentare zum Gesche-hen vor Ort und in der Welt

13.12.2016:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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15.12.2015:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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16.12.2014:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

"Mei Draam"

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27.11.2014:

Bürgerversammlung Buchhausen

Kommunalpolitik aktuell: "Nachnutzung MUNA"

Projektentwurf
Rhododendronpark
Blühende Bunkerwelten"
www.hobbie-rhodo.de
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Projektentwurf
Bürgerpark eG
Mensch und Natur"
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Projektentwurf
SILVA PARADISUS
Waldparadies"

Kommunalpolitik aktuell: "Pilgerweg VIA NOVA"

VIA NOVA

Europäischer Pilger- und Friedensweg

Spirituelle Wegweisung für die Zukunft und eine große Chance für den naturnahen Nah- und Ferntourismus im Großen und Kleinen Labertal, z.B.

VIA NOVA

Weichenstellung für sanften Tourismus im Labertal

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VIA NOVA

europäischer Friedensweg mit Schlachtfeldrundweg um Eggmühl anno 1809

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VIA NOVA

Radl-Tour auf Niedermünsterrundweg

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VIA NOVA

Zeitreise document Niedermünster


Die Marktgemeinde Schierling ist nach einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderates vom 29. März 2011 auf Antrag der SPD-Fraktion offizielle VIA NOVA-Gemeinde


www.pilgerweg-vianova.eu

Energiewende im Labertal

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Wir helfen ihnen gerne!

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Aktionsreihe AK Labertal "Zivilcourage zeigen"

Vortragsreihe im Rahmen der Historischen Themennachmittage:

"Der kleine Widerstand im Labertal"

27.03.2011: Langquaid

29.05.2011: Geiselhöring

16.10.2011: Rottenburg

22.04.2012: Straubing

28.10.2012: Schierling

 

SPD-Mandatsträger


Ismail Ertug, MdEP
Ihr Europaabgeordneter für die Oberpfalz u. Niederbayern
 
www.ertug.eu
 
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Marianne Schieder, MdB
Ihre Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.marianne-schieder.de
 
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Margit Wild, MdL
Ihre Landtagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.margitwild.de

Gastmitgliedschaft

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125 Jahre BayernSPD:

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100 gute Gründe gegen Atomkraft:

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Endstation RECHTS. Bayern

Zitate:


"Die CSU steht vor einem Scherbenhaufen, weil sie versucht hat, mit bewusster Irreführung das Volk hinters Licht zu führen."

 

Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister von München, zur Pkw-Maut in seiner Rede beim Gillamoos 2013 im niederbayerischen Abensberg.


Buch-Tipp der SPD Schierling:

Von Sozialdemokraten gelesen - von Sozialdemokraten empfohlen:


"Macht und Missbrauch" Franz Josef Strauß und seine Nachfolger

Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten

von Wilhelm Schlötterer, erschienen im Fackelträger-Verlag

Foto:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

 

"Dr. Wilhelm Schlötterer, ein ehemals leitender Steuerbeamter in Bayern, beschreibt in dem Buch seinen couragierten Kampf für Recht und Gesetz und gegen ein menschenverachtendes System, dass die CSU in Bayern über viele Jahre hinweg skrupellos ausbaute. Beginnend von Franz Josef Strauß, der in seiner Besessenheit nach Macht und Gier sich selbst zum Gesetz erhob, über seine Nachfolger Max Streibl und Edmund Stoiber bis in die heutigen Tage hinein entlarvt Schlötterer schonungslos die hässliche Fratze der CSU und setzt einen eindrucksvollen Schlussstrich unter der Legendenbildung um diese angeblich christlich-sozialen Partei.

Der Autor schildert das weit verbreitete Mitläufertum innerhalb der CSU, das die Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie die schamlose Selbstbedienung mithilfe des Staatsapparates erst möglich machte.

Für seine standhafte Haltung und seine gelebte Zivilcourage gebührt Wilhelm Schlötterer höchste Anerkennung. Für uns soll dieses Buch Mahnung und Auftrag zugleich sein, diesem Missbrauch der Macht mit allen Mitteln der Demokratie konsequent entgegen zu treten."

 

Armin Buchner

SPD-Ortsverein Schierling