SPD-Arbeitskreis Labertal präsentierte Themennachmittag zu den Gandorfers

Veröffentlicht am 12.11.2010 in Veranstaltungen

Sie prägten die bayerische Geschichte und den Ort Pfaffenberg auf ihre ganz persönliche Weise

„So muss das zu Zeiten der Gandorfers gewesen sein: Ein brechend volles Wirtshaus anlässlich einer SPD-Veranstaltung in Pfaffenberg“, freute sich Rainer Pasta, Sprecher des SPD-Arbeitskreises Labertal anlässlich der SPD-Veranstaltung am vergangenen Sonntag im Gasthaus Stöttner in Pfaffenberg.

Termin und Ort für ihren Historischer Themennachmittag unter dem Motto „Ein BGM/MdL/MdR aus Pfaffenberg – Carl Gandorfer und sein Bruder Ludwig, der Revolutionär“ wählten der Arbeitskreis Labertal und der Ortsverein Mallersdorf-Pfaffenberg mit Bedacht:
Am 7. November 1918 rief Ludwig Gandorfer mit Kurt Eisner die Bayerische Republik aus und im Gasthaus Stöttner fand eine denkwürdige Versammlung statt, bei der Bürgermeister Karl Gandorfer in den frühen 30er Jahren den Nationalsozialisten Heinrich Himmler aus dem Saal werfen ließ. In einem detaillierten Vortrag bewertete OStR Franz Graf die bekannte Aktenlage zu den Brüdern Gandorfer, räumte mit einigen biographischen Fehlern auf und präsentierte neue Erkenntnisse zu den beiden bekannten, politisch bedeutenden Brüdern aus Pfaffenberg.

SPD-Ortsvorsitzender Martin Kreutz konnte neben vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus der näheren und weitern Umgebung auch Abordnungen der SPD-Ortsvereine Geiselhöring, Ergoldsbach, Schierling und Langquaid begrüßen.

OstR Franz Graf stellte als erstes, angesichts eines übervollen Büchertisches die Frage, warum es trotz vieler einzelner Aufsätze zum Thema Gandorfer, keine Monographie zu den bekannten und berühmten Pfaffenberger Brüdern gebe. Er stellte die Hoffnung in den Raum, dass zum 100. Jubiläum von Freistaat und Revolution 2018, auch ein Buch zu den Brüdern Gandorfer erscheinen werde.
In den schicksalhaften Jahren zum Ende des Ersten Weltkrieges und zu Beginn der Weimarer Republik prägten die beiden Gandorfer – auf ihre ganz persönliche Weise - die bayerische Geschichte und den Ort Pfaffenberg. Während Ludwig (SPD), parteipolitisch erfolglos und mittlerweile erblindet, zusammen mit Kurt Eisner die Revolution und die Republik Bayern ausruft und nach wenigen Tagen bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt, vertritt sein Bruder Karl (Bay. Bauernbund) die Interessen der bayerischen Bauern und speziell seiner Kollegen in Niederbayern und dem Bayerischen Wald und stellt sich dem erstarkenden Nationalsozialismus offen in den Weg. Sein diabetesbedingter Tod kurz vor der Machtübernahme der Nazis erspart im KZ und Liquidierung.

„Das muss sich Karl Gandorfer nicht gefallen lassen“
Franz Graf befasste sich ausführlich mit den zu den Gandorfers erschienen Beiträgen und stellte eine Reihe von Fehlern richtig – hierbei erfuhren die Zuhörer auf erfrischende Weise eine Menge Details aus dem Leben von Ludwig und Karl Gandorfer. Ob im „Biographischen Handbuch des Reichstags“, beim Online-Lexikon Wikipedia oder in den verschiedensten Aufsätzen zu den beiden Brüdern – immer wieder stimmen entweder die Daten oder die Zuordnung der historischen Gegebenheiten nicht. Nicht zuletzt im 2009 erschienen „Heimatbuch zum Klosterjubiläum“, wo bei beiden Brüdern das Todesdatum nicht stimmt, obwohl es auf den Grabsteinen auf dem Pfaffenberger Friedhof jederzeit richtig zu finden gewesen wäre. Auch die Darstellung der „schillernden politischen Karriere“ Karl Gandorfers erregte den Unmut des Referenten. „Das muss sich Karl Gandorfer nicht gefallen lassen“, so Franz Graf in seinen Ausführungen, „denn das ist eine eindeutig negative Wertung, zumal das verwendete Zitat aus dem Jahre 1988 nicht als solches gekennzeichnet worden ist“. Unverständlich ist es für Franz Graf auch, dass im Zusammenhang mit einer Klosterfestschrift die Gandorfers zwar erwähnt werden, eine entscheidende historische Begebenheit nicht erwähnt wurde, die die durchaus positiven Beziehungen zwischen Karl Gandorfer und dem Mallersdorfer Kloster belegt hätte. „1921 sagte der Kloster-Superior Unverdorben in einem Hochverrats- und Untreueprozess zu Gunsten des Pfaffenberger Bürgermeister aus. Anhand vieler Beispiele listete Graf die z.T. sehr reaktionären Darstellungen der Gandorfers auf, erläuterte aber auch die in jüngeren Jahren objektivere Bewertung der Bayerischen Revolution und ihrer Helden. In seinen weiteren Ausführungen stellte Franz Graf die „Literarisierung“ der Gandorfers durch Theaterstücke und Romane vor.

Im zweiten Teil seines Vortrags stellte Franz Graf die Ergebnisse eigener Recherchen zu den Brüdern Gandorfer vor. Neben einzelner Passagen aus den im Internet zu findenden Landtags- und Reichstagsprotokollen präsentierte der Referent seine Erkenntnissen aus den bisher unveröffentlichten Kriegstagebüchern Karl Gandorfers. Zum Bruder Ludwig Gandorfer konnte Franz Graf durch persönliche Einschätzungen seiner Familie und die mysteriösen Umstände seines Todes (1918) die sehr dünne Aktenlage ergänzen. Auch die Umstände um die „Landverschickung“ der Söhne Karl Liebknechts, der Ältere – „Helmi“ hielt sich nachweislich vom 16.6. bis 8.9. 1918 im Zollhof in Pfaffenberg auf, konnte Franz Graf darstellen. Karl Liebknecht wurde nur wenig später in Berlin ermordet.
Schließlich legte Graf ein besonderes Augenmerk auf den Erdrutschsieg Karl Gandorfers bei den Bürgermeisterwahlen 1911 sowie seine letzen Lebensjahre. In vielen Gerichtsprozessen und Reichstagsreden lieferte sich der Pfaffenberger Bürgermeister und Bauernbundführer schwere Gefechte mit den Nationalsozialisten, ehe er 1932 in Folge seiner Diabetes verstarb.

Anschließend nutzten die vielen interessierten Besucher, die sogar aus München angereist waren, die Möglichkeit sich am Büchertisch über die zahlreichen Einzelbeiträge zu den Brüdern Gandorfer zu informieren, staunten aber auch über die zahlreichen Original-Fundstücke und Fotos. Die Zuhörer fanden zum Schluss der Veranstaltung ihre vielen Fragen kompetent beantwortet und nicht zu letzt fand auch der ehemalige Bürgermeister Norbert Bauer lobende Worte für seinen Amtsvorgänger und dessen soziale Einstellung.

 

Programm für die Gemeinde Schierling

 2014 - 2020 und darüberhinaus

Aus dem Sitzungssaal

10.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Bildung eines Arbeitskreises für das "Schierlinger Echo"

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02.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Organisation und Durchführung erweiterter Bürgerbeteiligung

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19.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage am Park&Ride-Platz am Bahnhof Eggmühl

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18.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Übernahme des Leitfadens zur Durchführung von Bürger-informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungsverfahren

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10.04.2018:

SPD-Haushaltsrede 2018

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19.06.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung einer Satzung für Ehrungen durch die Gemeinde

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04.04.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Auflösung des Kommunalunternehmens

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04.04.2017:

SPD-Haushaltsrede 2017

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung eines Soforthilfefonds

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Nutzung des „Kommunalen Förderprogramms für mehr bezahlbaren Wohnraum"

"Kommunales Förderprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum" der Bayerischen Staatsregierung

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13.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Verkehrsberuhigung

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26.04.2016:

SPD-Haushaltsrede 2016

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10.03.2016:

Zum Thema "Subsidiarität"...

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23.02.2016:

Beschlussvorlage "Anträge der SPD" öffentliche MGR-Sitzung am 23.02.2016

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12.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Förderung des Tourismus

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10.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines Ermäßigungspasses für Bedürftige

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einhaltung von Bebauungsplänen

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur einheitlichen Kostenerstattung

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24.10.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Klärung der formalen Grundlagen zum Betreiben der Bücherei

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24.09.2015:

Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Büchereifinanzierung

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24.09.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung einer öffentlichen Toilette

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11.06.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung eines Gutachtens über LTE-Standorte

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09.05.2015:

 

Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung des Gemeinsamen Positionspapiers

 

Gemeinsames Positionspapier zu internationalen Handelsabkommen und kommunalen Dienstleistungen

 

Factsheet

Dürfen Kommunen sich zu Freihandelsabkommen äußern?

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28.04.2015:

SPD-Haushaltsrede 2015

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07.04.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Familienfreundlichkeit

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27.01.2015:

Nebengebäude
Altes Schulhaus

20.09.2019:

Antrag für nachhaltige Auftragsvergabe

Kommentare zum Gesche-hen vor Ort und in der Welt

13.12.2016:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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15.12.2015:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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16.12.2014:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

"Mei Draam"

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27.11.2014:

Bürgerversammlung Buchhausen

Kommunalpolitik aktuell: "Nachnutzung MUNA"

Projektentwurf
Rhododendronpark
Blühende Bunkerwelten"
www.hobbie-rhodo.de
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Projektentwurf
Bürgerpark eG
Mensch und Natur"
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Projektentwurf
SILVA PARADISUS
Waldparadies"

Kommunalpolitik aktuell: "Pilgerweg VIA NOVA"

VIA NOVA

Europäischer Pilger- und Friedensweg

Spirituelle Wegweisung für die Zukunft und eine große Chance für den naturnahen Nah- und Ferntourismus im Großen und Kleinen Labertal, z.B.

VIA NOVA

Weichenstellung für sanften Tourismus im Labertal

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VIA NOVA

europäischer Friedensweg mit Schlachtfeldrundweg um Eggmühl anno 1809

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VIA NOVA

Radl-Tour auf Niedermünsterrundweg

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VIA NOVA

Zeitreise document Niedermünster


Die Marktgemeinde Schierling ist nach einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderates vom 29. März 2011 auf Antrag der SPD-Fraktion offizielle VIA NOVA-Gemeinde


www.pilgerweg-vianova.eu

Energiewende im Labertal

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Wir helfen ihnen gerne!

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Aktionsreihe AK Labertal "Zivilcourage zeigen"

Vortragsreihe im Rahmen der Historischen Themennachmittage:

"Der kleine Widerstand im Labertal"

27.03.2011: Langquaid

29.05.2011: Geiselhöring

16.10.2011: Rottenburg

22.04.2012: Straubing

28.10.2012: Schierling

 

SPD-Mandatsträger


Ismail Ertug, MdEP
Ihr Europaabgeordneter für die Oberpfalz u. Niederbayern
 
www.ertug.eu
 
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Marianne Schieder, MdB
Ihre Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.marianne-schieder.de
 
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Margit Wild, MdL
Ihre Landtagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.margitwild.de

Gastmitgliedschaft

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125 Jahre BayernSPD:

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100 gute Gründe gegen Atomkraft:

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Endstation RECHTS. Bayern

Zitate:


"Die CSU steht vor einem Scherbenhaufen, weil sie versucht hat, mit bewusster Irreführung das Volk hinters Licht zu führen."

 

Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister von München, zur Pkw-Maut in seiner Rede beim Gillamoos 2013 im niederbayerischen Abensberg.


Buch-Tipp der SPD Schierling:

Von Sozialdemokraten gelesen - von Sozialdemokraten empfohlen:


"Macht und Missbrauch" Franz Josef Strauß und seine Nachfolger

Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten

von Wilhelm Schlötterer, erschienen im Fackelträger-Verlag

Foto:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

 

"Dr. Wilhelm Schlötterer, ein ehemals leitender Steuerbeamter in Bayern, beschreibt in dem Buch seinen couragierten Kampf für Recht und Gesetz und gegen ein menschenverachtendes System, dass die CSU in Bayern über viele Jahre hinweg skrupellos ausbaute. Beginnend von Franz Josef Strauß, der in seiner Besessenheit nach Macht und Gier sich selbst zum Gesetz erhob, über seine Nachfolger Max Streibl und Edmund Stoiber bis in die heutigen Tage hinein entlarvt Schlötterer schonungslos die hässliche Fratze der CSU und setzt einen eindrucksvollen Schlussstrich unter der Legendenbildung um diese angeblich christlich-sozialen Partei.

Der Autor schildert das weit verbreitete Mitläufertum innerhalb der CSU, das die Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie die schamlose Selbstbedienung mithilfe des Staatsapparates erst möglich machte.

Für seine standhafte Haltung und seine gelebte Zivilcourage gebührt Wilhelm Schlötterer höchste Anerkennung. Für uns soll dieses Buch Mahnung und Auftrag zugleich sein, diesem Missbrauch der Macht mit allen Mitteln der Demokratie konsequent entgegen zu treten."

 

Armin Buchner

SPD-Ortsverein Schierling