„Pilgern, Schlachtfeld, SPD, so reimt sich das zusamm.“

Veröffentlicht am 03.09.2011 in Ortsverein

„Pilgern, Schlachtfeld, SPD, wie reimt sich das zusamm?“,

fragt sich vielleicht mancher in Anlehnung an ein Couplet der Biermösl Blosn. Und so könnte vielleicht die Antwort lauten:

„Pilger gibt’s in großer Zahl, auf’m Schlachtfeld sterbn‘s viel tausend Mal, d’SPD macht viel im Labertal. So reimt sich das zusammen, so reimt sich das zusamm.“

Denn das „VIA-NOVA-Pilgerwegprojekt“ ist zu einem großen Herzensanliegen der SPD-Ortsvereine im Einzugsbereich der Großen und Kleinen Laber von Geiselhöring bis Abensberg mit Rainer Pasta als Sprecher sowie „Herz, Hirn und Motor“ geworden.

Begonnen hatte alles vor zwei Jahren im Frühjahr 2009 mit der ersten Informationsveranstaltung in Haindling, als das VIA-NOVA-Pilgerweg-Projekt einer größeren Zahl von SPD-Ortsvereinen und Gästen vorgestellt wurde. Eine zweite gut besuchte Veranstaltung des SPD-Arbeitskreises in Hellring im März 2011 brachte den Beitritt weiterer Gemeinden zum Pilgerwegprojekt auf den Weg. Im Juni dieses Jahres wurde die VIA-NOVA-Etappe von Bogenberg über Straubing und Geiselhöring nach Mallersdorf eröffnet.

Auch der Marienwallfahrtsort Aufhausen wird VIA-NOVA-Station

Den Bemühungen des Arbeitskreises Labertal ist es zu verdanken, dass ab Geiselhöring ein zweiter Pilgerweg-Ast durch das Tal der Großen Laber über Aufhausen nach Schierling und Langquaid führen wird. Anfang August 2011 konnte der SPD-Ortsvorsitzende Hubert Wittmann den Parteifreunden der Nachbarortsvereine die Frohbotschaft übermitteln, dass auch die Gemeinde Pfakofen am Pilgerweg-Projekt mitwirke und ein Entwurf über den Verlauf eines Pilgerweg-Abschnittes von Geiselhöring bis zur Stanglmühle bei Rogging vorliege. Wichtige Informationen holte sich der AK-Labertal bei seiner Studienfahrt in die VIA-NOVA-Gemeinde Lengau im oberösterreichischen Innviertel.

Im Frühherbst dieses Jahres, genau gesagt am Samstag, 24. September, plant die Schierlinger SPD eine Radltour mit den Nachbarortsvereinen, um sich die mögliche Weiterführung des Wegabschnittes von der Stanglmühle über Schierling nach Langquaid an Ort und Stelle genauer anzuschauen. Am SPD-Informationsstand auf dem Schierlinger Herbstmarkt am 11. September gibt es dazu weitere Informationen.

„Der Weg entsteht im Gehen und lebt von den Menschen am Weg“

Inzwischen hat auch der SPD-Arbeitskreis-Sprecher Rainer Pasta Kontakt zu einer Pilgerführerin, deren VIA-NOVA-Weg sich mit der Labertaler Besuchergruppe in Lengau gekreuzt hatte, hergestellt und sie ins Labertal eingeladen, um über ihre Erfahrungen und Motivation als Pilgerführerin zu berichten. Sie antwortete ihm über das Ausgestalten dieses Europäischen Pilgerweges vor Ort mit den bemerkenswerten Sätzen: „Es ist für die meisten Menschen spürbar, ob man nur irgendwie durchgeschleust wird, oder ob Menschen am Weg sich Gedanken machen und wirklich Inseln zum Innehalten und Runterkommen machen. Der Weg entsteht im Gehen und lebt von den Menschen am Weg.“ Insofern ist der neue Pilgerweg nicht nur auf eine rein touristische Funktion beschränkt und auf seinen wirtschaftlichen Nutzen reduziert. Andererseits ist er auch nicht ausschließlich religiös definiert. Dazu Claudia Ziegler, Fraktionssprecherin der Abensberger SPD: „Man muss nicht vom Glauben motiviert sein, um diesen Weg zu gehen. Es soll auch die Möglichkeit sein, bewusst abzuschalten, in der Natur wieder zu sich zu finden.“ Und um die Sehkraft des inneren Auges zu stärken, - ganz im Sinne von Antoine de Saint-Exupéry‘s „Kleinen Prinzen“ „Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Die Leiterin der Landvolkshochschule Niederalteich und VIA-NOVA, Frau Helga Grömer, hatte in ihrem Referat in Hellring die tiefgründigen Motive für den Europäischen Pilgerweg anschaulich beschrieben: Pilgern ist nicht nur ein Trend, sondern geht noch tiefer, besitzt religiöse Wurzeln und beginnt tief im Wesen des Menschen. Es geht gerade in der heutigen Zeit darum, die geistige Zukunft zu sichern und die geistige Substanz in den Menschen zu stärken. Insofern ist VIA NOVA eine spirituelle Wegweisung in das 21. Jahrhundert. „Pilgern heute heißt, die eigene Komfortzone zu verlassen, raus aus dem Hamsterrad, und einfach gehen“, sagte Frau Grömer. „Der Weg entsteht im Gehen“. Das Gehen spricht alle Sinne des Menschen an. Ist der geographische Ausgangspunkt des „neuen Weges“ = VIA NOVA in Sankt Wolfgang am Wolfgangssee zu finden, so ist die spirituelle und theologische Wurzel dieses Namens in der Apostelgeschichte zu finden. Die ersten Christen, hätten nämlich in der Nachfolge ihres Meisters Jesus ihre Gemeinschaft als „via nova“, als „neuen Weg“ bezeichnet.
(So in der Erzählung über die Verfolgung der „via nova“-Gemeinschaft in Damaskus durch Saulus und im Gespräch des Paulus mit dem römischen Statthalter Felix in Caesarea).

Gepilgert wird in großer Zahl

Das Wandern auf den Jakobuswegen in Europa und das Wallfahren zu großen und kleinen Gnadenorten in unserem Land und auf unserem Kontinent erfreut sich wachsender Beliebtheit und zieht Jahr für Jahr Millionen von Menschen auf der Pilgerfahrt in ihren Bann. Aber diese Art der spirituellen Wegweisung ist nicht nur auf das Christentum beschränkt, sondern findet sich auf dem gesamten Erdkreis und in allen Religionen der Vergangenheit und Gegenwart. Für den Islam ist es zum Beispiel die Pilgerfahrt nach Mekka und Medina, für die Tibetaner die Wallfahrten nach Lhasa und zum Heiligen Berg Keilat oder in der Antike zur großen Aphrodite von Ephesos oder zu den Orakelstätten von Delphi und Dodona. Der bayerische Schriftsteller Carl Amery zitiert in seinem wunderbaren Roman „Die Wallfahrer“ gleich zu Beginn aus einem Brief des Hopi David Monongye an den Dalai Lama im Oktober 1982:

„Wir wissen, dass das Land der Hopi nicht das einzige spirituelle Zentrum der Welt ist. Andere Plätze wurden vom Schöpfer an seine Seite gesetzt – durch jene, die seinen Anweisungen folgen in anderen Ländern, um als Heiligtümer in einer Zeit großer Weltveränderung in der Zukunft zu dienen. Ihre Wurzeln werden durch uraltes Wissen gefunden werden, das zu diesen Plätzen führt.“

In diesem Sinne regen die VIA-NOVA-Mottos zum Nachdenken an: „Was das Herz berührt, setzt die Füße in Bewegung.“ Und: „Die längste Reise ist die Reise zu sich selbst.“

Wen wundert’s, dass das Pilgern und Wallfahren besonders in Bayern geschätzt und weit verbreitet ist. Das wusste schon der bayerische Geschichtsschreiber Johann Thurmair aus Abensberg, bekannt als Aventinus, der schon vor 500 Jahren über seine Landsleute schrieb: „Das bairisch Volk geht und läuft gerne wallfahrten.“ In der Zeit der Aufklärung und nachfolgenden Säkularisation wollten die Herrschenden, allen voran der Staatsreformer Graf von Montgelas, Besitznachfolger des Reichsstifts Niedermünster unter anderem in der Herrschaft Zaitzkofen mit Eggmühl und Schierling, diese Wallfahrten und die Wallfahrtsstätten als Brutherde des Aberglaubens und des Sittenverfalls verbieten und dem Bayernvolke austreiben. Vergeblich, wie man weiß. Selbst der aufgeklärten Geistlichkeit waren die Wallfahrten ein Dorn im Auge. Denn pastorale „Sündenfürchten“ wussten natürlich um die Bedeutung der Pilgerfahrten auch als Kontaktbörse für den ländlichen Heiratsmarkt. Außerdem beschränkte sich die Erfüllung manchen Kinderwunsches auf solchen Wallfahrten nicht ausschließlich auf den ehelichen Bereich: Voll guter Hoffnung gewallfahrt, „in guter Hoffnung“ heimgekehrt, hieß es nicht selten für ein lediges Mägdelein. Deshalb dürfte sich der alte Montgelas vermutlich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, dass ausgerechnet durch sein „Gäu“ an der Großen Laber ein neuer Pilgerweg geschaffen wird. Ganz Recht geschieht ihm!

Via Nova – ein Traumpfad durch das Schlachtfeld von Eggmühl?

Pilgerpfade werden gerne als Traumpfade bezeichnet, nicht nur weil sie durch „traumhafte“ Landschaften führen und zum Träumen verführen können. Sie besitzen seit Jahrtausenden wegen ihrer spirituellen und religiösen Wurzeln große kultische und mystische Komponenten, die dem Unterbewussten zugeordnet sind, genauso wie es die Psychoanalyse den Traum diesem zuordnet. Aber ausgerechnet ein Schlachtfeld als Traumpfad und Pilgerweg? Diese Frage hatte sich schon die Schierlinger SPD gestellt und deshalb Anfang Juni zu einer Führung über das Schlachtfeld von Eggmühl geladen. Der Ortsheimatpfleger Georg Schindlbeck hatte sich trotz einer schweren Erkältung als sachkundiger Führer zur Verfügung gestellt.

Auf dem „Feldherrenhügel“ bei Lindach, dem ziemlich sicheren Kommandostandort von Kaiser Napoleon und des bayerischen Kronprinzen und späteren Königs Ludwig’s I., mit einem weiten Panoramablick über die Gegend des Geschehens und Grauens, schilderte er die Abfolge der Kämpfe des 22. Aprils 1809 zwischen den Franzosen und Österreichern und ihren Verbündeten aus ganz Europa. Schindlbeck vermittelte dabei kein romantisches und folkloristisches Bild dieses Krieges, sondern schilderte hier sowie auf der „Napoleonshöhe“ zwischen Oberdeggenbach und Pinkofen das Leid und Elend der Soldaten auf beiden Seiten, ebenso den Schmerz und Schaden, den die Einwohner vom Schlachtgetümmel erlitten.

Mit rund siebentausend Toten und einer ähnlich großen Zahl von Verwundeten beschrieb das Wort „Schlachtfeld“ das Grauen im wahrsten Sinne des Wortes. Denn hier wurden Tausende von meist jungen Menschen buchstäblich abgeschlachtet, die Wiesen, Auen und Hügel und Dörfer geradezu im Blute ertränkt. In Massengräbern fanden „Freund und Feind“, Bayern, Österreicher, Franzosen und viele Soldaten anderer Nationalitäten friedlich nebeneinander ihre letzte Ruhestätte. Das Grabmal des korsischen Generals Cervoni in Unterdeggenbach, das Löwendenkmal und das Schloss Eggmühl waren weitere Stationen der Schlachtfeldwanderung.

„Und Totenhügel werden bis ins dritte Glied den Enkeln spät noch stumm beredte Mahner sein“

Auf weitere Berichte um die Schlacht von Eggmühl kann an dieser Stelle verzichtet werden. Zahlreich ist dazu die Literatur, beginnend mit der Ortschronik von Josef Mundigl 1953, über die Festschrift von Rektor Georg Rötzer 1984 und über das Buch des Militärhistorikers Marcus Junckelmann, „Napoleon und Bayern“, Regensburg 1985, bis hin zu den zahlreichen Berichten der Heimatzeitungen aus den Jahren 2009 und 2011 und zum entsprechenden Kapitel für den 2. Band der Schierlinger Chronik „Schierling und die Schierlinger“ des verstorbenen Ehrenbürgers und Autors des ersten Bandes, Studiendirektor a.D. Johann Straßer.

Die Zeche dieses Krieges wie aller Kriege vorher und nachher bis in die Gegenwart zahlten in der Regel nicht die großen Herren, Kaiser, Könige, Generäle und Fürsten, sondern die einfachen Leute, das gemeine Volk der Bauern, Gewerbetreibenden, Handwerker und der jungen Menschen. Die ersteren, vor allem die Sieger, sonnten sich im Erfolg und verführten mit großen Reden die Masse der zum „Schlachtvieh“ vorbestimmten einfachen Soldaten. Georg Lohmeier zitiert dazu aus der Rede Kaiser Napoleon’s vor der Schlacht bei Eggmühl: „Ich habe Bayern groß gemacht, ich werde es noch größer machen.“ (Georg Lohmeier, „Geschichten aus der Geschichte,“ S. 181, München 1997).

Aber auch das Volk war hin- und hergerissen zwischen den Siegen und den Niederlagen Napoleons. Die Volkslied-Sammlung „Alte Oberbayerische Volkslieder“ München 1934, des legendären Vaters der bayerischen Volksmusik, dem Kiem Pauli, enthält zwei Lieder, wie sie nicht gegensätzlicher sein könnten. Im ersten mit dem Titel „Ein bayrisches Lied“ wird der Erfolg der Franzosen und der Bayern bei Austerlitz 1805 gefeiert: „...wie fest daß nachher Bayern steht, das wissen alle wir; und Kaiser, Held Napoleon gibt unserm Vater Max die Kron als Freundschaftslohn dafür.“

Sieben Jahre später, nach dem Desaster des Rußlandfeldzuges 1812, bei dem über 30.000 bayerische Soldaten ihr Leben verloren und lediglich etwas über Tausend Bayern ihre Heimat wieder sahen, klang es in dem Lied „Soldaten aus Rußland“ schon ganz anders: „Wieviel von meinen Kameraden sind geblieben im Kampf und Streit, ich sah sie in ihrem Blute baden, jetzt sind sie in der Ewigkeit. Ich sah sie dort vor meinen Füßen, dem fehlt ein Arm, dem fehlt ein Fuß, dort sah man blutige Tränen fließen, was nicht ein Soldat erleiden muß… Da weint der Vater und die Mutter, da sie ja ihren Sohn verlorn, dort weint die Schwester um den Bruder, weil er in Rußland ist erfrorn… Napoleon tut sie nicht verschonen, er stellt sein ganzes Kriegsheer an, was übrigblieb, ist auch zerronnen in der Schlacht bei Leipzig dann.“ Das Lied hätte auch von der Schlacht bei Eggmühl stammen können.

„Erinnerung und Besinnung nach 175 Jahren“ lautet der Untertitel der Festschrift von Georg Rötzer aus dem Jahr 1984. Er eröffnete sie mit einem Zitat aus „Die Perser“ des antiken griechischen Tragödiendichters“ Aischylos: „Und Totenhügel werden bis ins dritte Glied den Enkeln spät noch stumm beredte Mahner sein.“ „Mögen die Feiern weiterer Anlaß sein, bei den Menschen unserer Tage das Bewußtsein für den Frieden zu schärfen und ihm mit allen Kräften zu dienen“, schrieb damals der 1. Bürgermeister Otto Gascher in seinem Geleitwort. Dem sind höchstens noch die legendären Sätze des Bundespräsidenten Gustav Heinemann (SPD) aus seiner Antrittsrede am 1. Juli 1969 hinzuzufügen: „Nicht der Krieg ist der Ernstfall, in dem der Mann sich zu bewähren habe, wie meine Generation in der kaiserlichen Zeit auf den Schulbänken lernte, sondern der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir alle uns zu bewähren haben. Hinter dem Frieden gibt es keine Existenz mehr.“

VIA-NOVA – ein europäischer Friedensweg

Womit wir wieder beim Via-Nova-Pilgerweg durch das Schlachtfeld bei Eggmühl wären. Denn VIA-NOVA versteht sich als europäischer Friedensweg und wo könnte beides, Europa und Frieden, besser miteinander verknüpft werden als in einer Gegend, wo Tausende von Opfern aus ganz Europa zu Frieden und Versöhnung mahnen.

Der zweite Bezugspunkt für eine solche Gedankenführung könnte auch die teilweise Nachnutzung der ehemaligen MUNA als Pilgerstation und Pilgerherberge sein. Denn die MUNA steht für die größte Bedrohung der Bevölkerung rund um das Depotgelände seit den Pestjahren des 30-jährigen Krieges, aus der sie wirklich durch ein Wunder gerettet wurde. So verbinden sich mit diesen beiden Punkten Vergangenheit und die Gegenwart als Basis für eine Zukunft, die dem Frieden verpflichtet ist. Der Verlauf des Pilgerweges von der Stanglmühle bis Eichbühl/Niederleierndorf muss im Detail im Bereich der Marktgemeinde noch geklärt werden. Er sollte nicht im Zick-zack-Kurs mäandern, aber er muss auch nicht „schnürlgrad“ die Gemeindeflur durchqueren. Auch hier gilt der Lehrsatz: „Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist der Umweg.“ Man könnte aber auch dem Beispiel der VIA-NOVA-Gemeinde Lengau folgen, die den Pilgern auch das Angebot von anderen interessanten Rundwanderwegen offerieren und sie zum Verschnaufen und Verweilen in ihrer Gemeinde einladen.

So könnte auch ein Schlachtfeldrundweg ein zusätzliches Angebot sein für jemanden, der sich nicht nur schnurstracks auf der Durchreise befinden möchte. Ähnliches gilt auch für die Nachbargemeinde Langquaid, die zusammen mit Herrngiersdorf und Rohr bereits über einen „Laabertaler Wallfahrtsweg“ verfügt, der in einem attraktiven Prospekt des Kelheimer Tourismusverbandes dargestellt ist und beworben wird. So reimen sich Pilgerweg, Schlachtfeld und SPD eben zusammen.

Viele Wege führen zu VIA NOVA

Dass es mit VIA-NOVA-Pilgerweg als Teil eines regionalen Tourismus- und Naturerholungskonzeptes alleine nicht getan ist, das hat die Exkursion des SPD-Arbeitskreises Labertal im Juli 2011 in die oberösterreichische VIA-NOVA-Gemeinde deutlich gezeigt. Dort sind es gleich mehrere, unterschiedliche Wege Angebote für die Pilger und Wanderer zu Fuß, für die Radfahrer und für die sportlich Aktiven. Für letztere lockt ein „Lauf & Walking-Park“, für die Radfahrer ein 44,4 Kilometer langer „Triftweg“ anknüpfend an einen wichtigen Wirtschaftsweg in der Geschichte Lengau‘s und seiner Nachbargemeinden, sowie ein Schloßbergweg, verknüpft mit einem Bibelweg, einem Kreuzweg und einem Sagenweg. Ergänzt wird das Angebot durch einen Themenweg „Der Riese von Lengau“, einen Wanderweg „Aulandschaft“ und durch geführte Wanderungen des Projektes der „Gesunden Gemeinde“. Qualitativ abgerundet wird das Lengauer Wegeprogramm mit dem Ausbau einer attraktiven Gastronomie mit preiswertem Bettenangebot und einem reichhaltigen Kultur-Mixed. „Wandern ist eben ein knallharter Wirtschaftsfaktor“, stellte die stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Ostbayern, Veronika Peschl, am 7. April 2011 im Straubinger Tagblatt fest.

Das Naherholungs-, Freizeit und Tourismusangebot im Tal der Großen und der Kleinen Laber ist dabei durchaus ausbaufähig und bestenfalls aus dem „Embryo-Stadium“ heraus. Angebote für ein Wandernetz gäbe es genügend, wenn man sie denn aufgreifen würde, zum Beispiel für einen „Winisau“-Waldwanderpfad, oder einen Rad-Wanderweg „Ochsenstraße“ auf den Spuren dieser uralten, bis in die Vorgeschichte reichenden Handelsstraße zwischen der Donau bei Eining über Abensberg, Langquaid, Schierling, Aufhausen und Sünching bis zur Donau bei Straubing, nicht zu vergessen einen „Labertaler Klosterweg“ von Biburg und Rohr bis Paring, Mallersdorf und Aufhausen oder ein „Auenweg“. Auch wenn die Infrastruktur dafür vor allem in Schierling noch in den Kinderschuhen steckt, Informationstafeln über den Ort, seine Geschichte, Sehenswürdigkeiten und über die Fauna und Flora weitgehend fehlen, Ausnahme ist das Schlachtfeld von Eggmühl, ebenso fehlen wie Rastmöglichkeiten mit Wetterschutz an landschaftlich attraktiven Punkten und Trinkwasserstellen und „Haisln“ für dringende Bedürfnisse.

973 - 2013: Vor 1.040 Jahren Schierling und Rogging an Niedermünster verschenkt

Die Schierlinger SPD richtet in diesem Zusammenhang den Blick auf das Jahr 2013, das für Schierling, Rogging, Linthard und Leierndorf zu einem „Niedermünster-Jahr“ werden könnte. Denn im Jahre 973, vor 1040 Jahren, schenkte Kaiser Otto I. zu Merseburg kurz vor seinem Tod auf Bitten seiner Gattin, der heiligen Adelheid, und seiner Schwägerin, der Herzogswitwe Judith, die Königsgüter von Schierling, Rogging und Lindhart dem Frauenkloster Niedermünster in Regensburg. Sein Sohn Kaiser Otto II. bestätigte sofort nach dem Regierungsantritt im Juni 973 in Worms auf Bitten seiner Mutter Adelheid und seiner Großtante Judith die Schenkung seines Vaters. Der heilige Kaiser Heinrich II. bestätigte auf Bitten seiner Gattin, der hl. Kunigunde, im November 1002, als er in Regensburg die Huldigung der bayerischen Fürsten entgegennahm, dem Reichskloster Niedermünster noch einmal die Schenkungen seiner Vorgänger auf dem Kaiserthron. Leierndorf wird hier unter den Schenkungen neu erwähnt. Schierling befand sich bis 1810, als Bayern als Dank für die Unterstützung Napoleons in der Schlacht bei Eggmühl die Regensburger Klöster geschenkt bekam, rund 837 Jahre unter dem Krummstab der Äbtissin von Niedermünster.

Ihre jahrhundertelange Grundherrschaft an der „Großen Laber“ ist ausführlich und ungemein spannend im 1. Band der Schierlinger Chronik von Studiendirektor a.D. Hans Straßer dargestellt. Die knapp 80 bis 90 Jahre dauernde wirtschaftliche Tätigkeit der Straubinger Jesuiten ist im Vergleich dazu fast „ein Klacks“, der aber von der Rathausführung zum „Non plus ultra“ der Schierlinger Geschichte hochstilisiert wird. Zu Unrecht. Niedermünster gebührt zuerst die Ehre.

Der Schierlinger SPD-Ortsverein lädt daher für den Samstag, 29. Oktober, 14.00 Uhr, zu einer Führung mit Zeitreise durch das neue geschaffene und viel bestaunte „document niedermünster“ in Regensburg ein. Als fachkundiger Begleiter in die Archäologie des frühen Regensburg wird Dr. Alfred Reichenberger dabei sein.

Im Gegensatz zur „Jesuitenmeile“, die in Wahrheit nur den Fördergrund für die Brauerei liefern soll, wäre zum Beispiel die Eröffnung eines „Niedermünsterweges“ von Leierndorf nach Rogging in Anlehnung an den VIA-NOVA-Pilgerweg ein passender Beitrag zu einem Jubiläumsjahr anlässlich der Schenkung vom Königsgütern an der Großen und Kleinen Laber an das berühmte Regensburger Reichskloster mit den Grablegen des heiligen Bischofs Erhard und des seligen Albert von Cashel (Irland) sowie von Herzog Heinrich I., dem Bruder Otto I. des Großen, seiner Frau Judith und späteren Äbtissin von Niedermünster sowie der Mutter von Kaiser Heinrich II., dem Heiligen, Gisela von Burgund.

Eigentlich müsste man deshalb dem Couplet am Anfang eine vierte Zeile anfügen: „D‘Niedermünster Frauen regierten Schierling anno dazumal. So reimt sich das zusammen. So reimt sich das zusamm.“

 

Programm für die Gemeinde Schierling

 2014 - 2020 und darüberhinaus

Aus dem Sitzungssaal

10.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Bildung eines Arbeitskreises für das "Schierlinger Echo"

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02.07.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Organisation und Durchführung erweiterter Bürgerbeteiligung

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19.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage am Park&Ride-Platz am Bahnhof Eggmühl

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18.04.2018:

Antrag der SPD-Fraktion zur Übernahme des Leitfadens zur Durchführung von Bürger-informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungsverfahren

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10.04.2018:

SPD-Haushaltsrede 2018

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19.06.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung einer Satzung für Ehrungen durch die Gemeinde

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04.04.2017:

Antrag der SPD-Fraktion zur Auflösung des Kommunalunternehmens

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04.04.2017:

SPD-Haushaltsrede 2017

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung eines Soforthilfefonds

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14.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Nutzung des „Kommunalen Förderprogramms für mehr bezahlbaren Wohnraum"

"Kommunales Förderprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum" der Bayerischen Staatsregierung

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13.06.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Verkehrsberuhigung

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26.04.2016:

SPD-Haushaltsrede 2016

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10.03.2016:

Zum Thema "Subsidiarität"...

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23.02.2016:

Beschlussvorlage "Anträge der SPD" öffentliche MGR-Sitzung am 23.02.2016

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12.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Förderung des Tourismus

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10.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines Ermäßigungspasses für Bedürftige

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einhaltung von Bebauungsplänen

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09.02.2016:

Antrag der SPD-Fraktion zur einheitlichen Kostenerstattung

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24.10.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Klärung der formalen Grundlagen zum Betreiben der Bücherei

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24.09.2015:

Anfrage der SPD-Fraktion bezüglich der Büchereifinanzierung

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24.09.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung einer öffentlichen Toilette

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11.06.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Erstellung eines Gutachtens über LTE-Standorte

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09.05.2015:

 

Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung des Gemeinsamen Positionspapiers

 

Gemeinsames Positionspapier zu internationalen Handelsabkommen und kommunalen Dienstleistungen

 

Factsheet

Dürfen Kommunen sich zu Freihandelsabkommen äußern?

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28.04.2015:

SPD-Haushaltsrede 2015

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07.04.2015:

Antrag der SPD-Fraktion zur Familienfreundlichkeit

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27.01.2015:

Nebengebäude
Altes Schulhaus

20.09.2019:

Antrag für nachhaltige Auftragsvergabe

Kommentare zum Gesche-hen vor Ort und in der Welt

13.12.2016:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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15.12.2015:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

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16.12.2014:
Weihnachtsansprache
der SPD-Fraktion

"Mei Draam"

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27.11.2014:

Bürgerversammlung Buchhausen

Kommunalpolitik aktuell: "Nachnutzung MUNA"

Projektentwurf
Rhododendronpark
Blühende Bunkerwelten"
www.hobbie-rhodo.de
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Projektentwurf
Bürgerpark eG
Mensch und Natur"
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Projektentwurf
SILVA PARADISUS
Waldparadies"

Kommunalpolitik aktuell: "Pilgerweg VIA NOVA"

VIA NOVA

Europäischer Pilger- und Friedensweg

Spirituelle Wegweisung für die Zukunft und eine große Chance für den naturnahen Nah- und Ferntourismus im Großen und Kleinen Labertal, z.B.

VIA NOVA

Weichenstellung für sanften Tourismus im Labertal

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VIA NOVA

europäischer Friedensweg mit Schlachtfeldrundweg um Eggmühl anno 1809

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VIA NOVA

Radl-Tour auf Niedermünsterrundweg

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VIA NOVA

Zeitreise document Niedermünster


Die Marktgemeinde Schierling ist nach einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderates vom 29. März 2011 auf Antrag der SPD-Fraktion offizielle VIA NOVA-Gemeinde


www.pilgerweg-vianova.eu

Energiewende im Labertal

Wechseln Sie jetzt zu einem zertifizierten Ökostromanbieter.

Wir helfen ihnen gerne!

=> zum Vertragsangebot

Aktionsreihe AK Labertal "Zivilcourage zeigen"

Vortragsreihe im Rahmen der Historischen Themennachmittage:

"Der kleine Widerstand im Labertal"

27.03.2011: Langquaid

29.05.2011: Geiselhöring

16.10.2011: Rottenburg

22.04.2012: Straubing

28.10.2012: Schierling

 

SPD-Mandatsträger


Ismail Ertug, MdEP
Ihr Europaabgeordneter für die Oberpfalz u. Niederbayern
 
www.ertug.eu
 
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Marianne Schieder, MdB
Ihre Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.marianne-schieder.de
 
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Margit Wild, MdL
Ihre Landtagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg
 
www.margitwild.de

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125 Jahre BayernSPD:

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Endstation RECHTS. Bayern

Zitate:


"Die CSU steht vor einem Scherbenhaufen, weil sie versucht hat, mit bewusster Irreführung das Volk hinters Licht zu führen."

 

Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister von München, zur Pkw-Maut in seiner Rede beim Gillamoos 2013 im niederbayerischen Abensberg.


Buch-Tipp der SPD Schierling:

Von Sozialdemokraten gelesen - von Sozialdemokraten empfohlen:


"Macht und Missbrauch" Franz Josef Strauß und seine Nachfolger

Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten

von Wilhelm Schlötterer, erschienen im Fackelträger-Verlag

Foto:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

 

"Dr. Wilhelm Schlötterer, ein ehemals leitender Steuerbeamter in Bayern, beschreibt in dem Buch seinen couragierten Kampf für Recht und Gesetz und gegen ein menschenverachtendes System, dass die CSU in Bayern über viele Jahre hinweg skrupellos ausbaute. Beginnend von Franz Josef Strauß, der in seiner Besessenheit nach Macht und Gier sich selbst zum Gesetz erhob, über seine Nachfolger Max Streibl und Edmund Stoiber bis in die heutigen Tage hinein entlarvt Schlötterer schonungslos die hässliche Fratze der CSU und setzt einen eindrucksvollen Schlussstrich unter der Legendenbildung um diese angeblich christlich-sozialen Partei.

Der Autor schildert das weit verbreitete Mitläufertum innerhalb der CSU, das die Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie die schamlose Selbstbedienung mithilfe des Staatsapparates erst möglich machte.

Für seine standhafte Haltung und seine gelebte Zivilcourage gebührt Wilhelm Schlötterer höchste Anerkennung. Für uns soll dieses Buch Mahnung und Auftrag zugleich sein, diesem Missbrauch der Macht mit allen Mitteln der Demokratie konsequent entgegen zu treten."

 

Armin Buchner

SPD-Ortsverein Schierling